Uzu nannte es fairen Handel. Die Drogerie nannte es Marge.
Uzu by Flowfushi verlässt die japanischen Drogerien und verkauft denselben Eyeliner für rund ¥600 weniger. Der Unterschied ist kein Rabatt – er ist eine Offenlegung dessen, was der Vertriebskanal kostet.
Sir John Crabstone
Uzu by Flowfushi wird seinen Eye Opening Liner nicht länger über japanische Drogerien und Kaufhäuser vertreiben. Dasselbe Produkt, in derselben Tube, erscheint künftig auf der Markenseite für rund ¥1.100 – eine Senkung von etwa ¥600. Diese Senkung ist ein Geständnis, das die Marke nur andeutungsweise macht: Der alte Preis entsprach nicht dem Wert des Eyeliners, sondern dem, was das Regal verlangte.
Die Marke baut ihren stationären Vertrieb Filiale für Filiale ab und konsolidiert alles im E-Commerce – der Preisrückgang beläuft sich auf mehr als dreißig Prozent. Keine neue Formel, keine neue Verpackung, keine Änderung am Produkt selbst.
Uzu bezeichnet den Schritt als „Beauty Fair Trade” und argumentiert, dass Vertrieb, Werbung und Zwischenhändlermarge unsichtbare Kosten sind, die der Verbraucher trägt, ohne sie zu sehen. Die Rahmung schmeichelt allen Beteiligten – außer der Marke selbst, die diese unsichtbaren Kosten sechs Jahre lang in Rechnung stellte und die damit erkaufte Sichtbarkeit für sich behielt.
Das ist kein Preisnachlass; das ist eine Revision.
Die offizielle Begründung lautet Kundengewinnung; die Großhandelsökonomie dahinter ist nüchterner. Eine japanische Drogerie listet keinen Prestige-Eyeliner, ohne ihren Anteil einzufordern. Kaufhäuser verlangen ihre Platzierungsgebühr. Sampling kostet Budget. Wenn die Tube schließlich im Regal steht, ist der Verkaufspreis zur Hälfte Produkt und zur Hälfte Overhead.
Die entscheidende Frage ist, was mit dem Markenwert passiert, sobald das Regal wegfällt. Uzus Ruf entstand in eben diesen Drogerien, durch die @cosme-Nutzer, die den Eyeliner dort entdeckten. Eine Zahl nach unten zu korrigieren ersetzt diese Entdeckung nicht. Der günstigere Preis kommt ohne die Bestätigung, die eine Listung bei Loft und den Kettendrogerien einst verlieh. Die Marke ist nun selbst dafür verantwortlich, interessant zu sein.
Andere japanische Beauty-Häuser werden die Offenlegung aufmerksam lesen. Die meisten können nicht ohne Weiteres folgen – Großhandelsbeziehungen in der japanischen Beautybranche sind oft struktureller, nicht taktischer Natur. Doch die öffentliche Rechnung liegt nun auf dem Tisch. Ein Tokioter Eyeliner lässt sich für mehr als dreißig Prozent weniger verkaufen, ohne dass sich etwas verändert, was das Auge berührt. Jede Marke, die noch in der Drogerie steht, wurde gerade auf Japanisch mitgeteilt, was ihre Sichtbarkeit kostet.