Victoria's Secret Hat Die Zahl Genannt, Die Eine Totgeglaubte Kategorie Nicht Erreichen Konnte
Victoria's Secret hat seine Jahresprognose nach einem starken ersten Quartal angehoben – getragen von Vollpreisverkäufen, nicht von Rabatten. Eine Kategorie, die als strukturell tot abgeschrieben wurde, übertrifft ihr eigenes Modell, und der Markt hat die Aktie an einem Tag um rund 47 % neu bewertet.
Sir John Crabstone
Victoria’s Secret hat diese Woche seine Jahresprognose angehoben – ein Satz, den man über diese Marke seit Jahren nicht mehr schreiben konnte. Der Umsatz im ersten Quartal stieg um 15 % auf 1,560 Milliarden Dollar, der vergleichbare Umsatz um 13 %, beide über der eigenen Prognose; der bereinigte Gewinn erreichte 60 Cent je Aktie, nach neun Cent im Vorjahreszeitraum. Eine Kategorie, die lange als strukturell tot galt, übertrifft ihr eigenes Modell wieder – und das zu Vollpreisen.
Der Pessimismus war berechtigt. Victoria’s Secret hielt 2015 noch 32 % des US-amerikanischen Unterwäschemarkts und bis 2020 nur noch 19 %, wie WWD berichtete, während Aerie Marktanteile gewann und das Bombshell-Bild aus der Mode geriet. Hält ein Abschwung so lange an, preist der Markt irgendwann kein schlechtes Jahr mehr ein – sondern einen Dauerzustand.
Dieses Quartal kehrt diese Logik um. Das operative Ergebnis kletterte von 20 auf 76 Millionen Dollar, und die dahinterstehende Marge kam nach Unternehmensangaben aus mehr Vollpreisverkäufen und weniger Aktionen. Es war das vierte Quartal in Folge mit positivem Vergleichsumsatz – damit ist es kein Ausreißer mehr, sondern ein Muster. Ein über Rabatte erkauftes Ergebnis liest sich anders: Umsatz rauf, Marge runter, die Topline teuer bezahlt, die Bottomline verpfändet. Victoria’s Secret hat beides angehoben. Das ist keine Rabatt-Erholung – das ist eine, die auf echten Preisen beruht.
Ein Quartal lässt sich mit Coupons frisieren; eine Prognose nicht.
Ein Teil des angehobenen Gewinnausblicks verdankt sich Zollerleichterungen und nicht etwa einem stärkeren Geschäft. Viele der neuen US-Zölle wurden für rechtswidrig erklärt, und ein Teil der verbleibenden Zollkosten steckt noch in der Unternehmensplanung. Doch Zölle bewegen die Kostenseite, nicht die Nachfrageseite. Die Umsatzprognose selbst stieg um 180 Millionen Dollar – und kein Handelsurteil verkauft einen BH.
Der Markt erkannte den Unterschied noch vor Handelsschluss. Die Aktie schloss rund 47 % höher. Eine Bewegung dieser Größenordnung belohnt kein Quartal – sie korrigiert eine These. Die Kategorie war nie so tot wie ihre Betreiber. Sie wurde nur so geführt.